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Regeltrance existiert nicht nur in Organisationen. Sie existiert auf gesellschaftlicher Ebene, und sie ist dort noch tiefgreifender – weil die Einbettung vollständiger ist, die Geschichte länger und die Alternativen weniger sichtbar.

Gesellschaftliche Regeltrance entsteht, wenn bestimmte Wirklichkeitskonstruktionen – bestimmte Beschreibungen davon, wie Menschen sind, was Stärke bedeutet, wer Entscheidungen trifft, was Fürsorge wert ist – über Generationen reproduziert werden, bis sie nicht mehr als Konstruktionen erkennbar sind, sondern als Tatsachen.

Gunther Schmidt beschreibt im hypnosystemischen Kontext, wie Systeme durch Aufmerksamkeitsfokussierung Wirklichkeiten erzeugen: Was fokussiert wird, wird erlebt und verstärkt. Was nicht fokussiert wird, verblasst – nicht weil es nicht da wäre, sondern weil die kollektive Aufmerksamkeit es nicht erreicht.

Gesellschaftliche Regeltrance funktioniert genauso – nur auf einer Ebene, die wir normalerweise gar nicht als Ebene wahrnehmen. Sie ist so allgegenwärtig, dass sie sich als Hintergrund jeder anderen Wahrnehmung verkleidet. Sie ist nicht das, worüber wir sprechen. Sie ist das, woraus heraus wir sprechen.